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Wissenswertes über die Stadt Bromberg/Bydgoszcz und ihr UmlandDie Stadt Bromberg spielte für die Stadt Wirsitz und ihre Bewohner stets eine sehr große Rolle. In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen besuchten viele Wirsitzer die deutschen Privatschulen in Bromberg und es war Mittelpunkt des kulturellen Lebens. Wir möchten Ihnen daher allerlei Wissenswertes über die Stadt Bromberg und ihr Umland "erzählen". Seit 1224 wird eine Burg Bydgoszcz erwähnt, an deren Fuße am 19. April 1346 der polnische König Kasimir III den "Lokatoren" Johann Kesselhuth und Conrad das Privileg zur Gründung einer Stadt nach Magdeburger Recht erteilt. Die Stadt erhielt den Namen Kunigesberg (Königsberg), der sich jedoch nicht "einbürgerte". Bromberg entwickelte sich zum Handelszentrum. Der dreißigjährige Krieg, der schwedisch-polnische Krieg, der nordische Krieg und der polnische Erbfolgekrieg ließen die Stadt verarmen und verelenden. In Folge der 1. Teilung Polens wurde Bromberg/Bydgoszcz 1772 preußisch, König Friedrich II (Friedrich der Große) erkannte die günstige Lage der Stadt und förderte deren weitere Entwicklung. Es begann ein sprunghafter Aufschwung zu einem Handels-, Verwaltungs- und Kulturzentrum. Im Bromberger Umland entwickelte sich vor allen Dingen die Landwirtschaft im Form großer Höfe und Güter. Begünstigt wurde dies durch den Bau des "Bromberger Kanals", der die Brahe mit der Netze und damit die Oder mit der Weichsel verbindet. Besonders zu erwähnen sind die Städte Krone an der Brahe/Koronowo und Schulitz/Solec-Kujawski. Der Aufstieg wurde durch die napoleonischen Kriege unterbrochen. 1807 wurde Bromberg/Bydgoszcz an das Herzogtum Warschau abgetreten und 1815, nach dem Wiener Kongress, wurde es wieder preußisch. Die Entwicklung Brombergs ging in raschem Tempo weiter, wobei der Bau der Eisenbahn diese besonders begünstigte. 1910 hatte Bromberg 74.291 deutsche Einwohner, was einem Anteil von etwa 85% entsprach. Nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages wurde Bromberg nach dem 1. Weltkrieg polnisch, der deutsche Bevölkerungsanteil ging bis 1926 auf 13,34% zurück. Am 1. September 1939 begann mit dem Angriff Hitlers auf Polen der 2. Weltkrieg. Am 3. September 1939 kam es in der Stadt zum berüchtigten "Bromberger Blutsonntag", dem über 1.100 Menschen aus der deutschen Bevölkerung zum Opfer fielen. War der 3. September 1939 für die deutsche Bevölkerung Brombergs ein Tag unendlichen Leids, so begann ab dem 5. September 1939 eine Schreckenszeit für die dort ansässige polnische Bevölkerung. Polen wurden zu Opfern der Nationalsozialisten und ihres bestialischen Treibens. 1945 rückte die Rote Armee in Bromberg ein, die Stadt wurde polnisch, die deutsche Bevölkerung floh und wem dies nicht rechtzeitig gelang, dem drohten Verschleppung, Todesmärsche und Vertreibung. Den 2. Weltkrieg hat die Stadt ohne größere Schäden überstanden, leider wurde bis zur Wende wenig für die Pflege der Bauten unternommen, Bromberg/Bydgoszcz wurde jedoch eine bedeutende Industriestadt. Heute ist die Stadt wieder ein lebhaftes Handels-, Verwaltungs- und Kulturzentrum. Nach und nach erstrahlt ein Haus nach dem anderen in altem Glanz und die Stadt ist allemal eine Reise wert. Gute Hotels, gemütliche Restaurants und nicht zuletzt die sprichwörtliche polnische Gastfreundschaft erwarten die Besucher. Die Vertretung der aus der Stadt vertriebenen oder geflohenen deutschen Brombergern ist der Heimatkreis Bromberg und die Bidegast-Vereinigung e.V. mit Sitz in Wilhelmshaven, der Patenstadt Brombergs. Der Heimatkreis Bromberg pflegt das kulturelle Erbe, führt Treffen der ehemaligen Bromberger durch, gibt zweimal jährlich die Kulturzeitschrift "Bromberg" heraus, bemüht sich um die Aussöhnung zwischen Polen und Deutschen. und pflegt intensive Beziehungen zur jetzt polnischen Stadt Bydgoszcz. Der erste Heimatkreisvertreter war Hanns-Jürgen Grund, ihm folgte Erich Zabel und kurze Zeit später Wilfried Samel, der 1983 im Alter von 39 Jahren zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde. Er begründete 1980 die Patenschaft zwischen der Markgemeinde Bromberg in Niederösterreich und der Gemeinde Sengwarden, die ein Stadtteil Wilhelmshavens ist. Nach der politischen Wende im Ostblock wurde ein neues Kapitel im Verhältnis zwischen dem Heimatkreis Bromberg und der Stadt Bydgoszcz aufgeschlagen. Die Septemberereignisse des Jahres 1939 werfen bis heute einen düsteren Schatten auf dieses Verhältnis, die Trauer und der Schmerz haben auf beiden Seiten tiefe Wunden hinterlassen. Wie kein anderer bemühte sich Wilfried Samel Brücken zu bauen und Wunden zu heilen. Sein jahrelanges Bemühen hatte großen Erfolg, er konnte wegweisende Verbindungen in Bromberg/Bydgoszcz und zur Stadtregierung aufbauen, beim Stadtpräsidenten war Wilfried Samel ein stets willkommener Gast. Er nutzte diese Beziehungen um intensive Beziehungen zwischen Brombergs Patenstadt Wilhelmshaven und der Stadt Bromberg/Bydgoszcz aufzubauen mit dem Ziel eine Patenschaft beider Städte zu begründen. Für seine Verdienste wurde Wilfried Samel mit der Medaille des Stadtpräsidenten "Kazimierz Wielki" ausgezeichnet. Die Patenschaft zwischen Wilhelmshaven und Bydgoszcz wurde am 19. April 2006, dem 660. Stadtjubiläum Brombergs/Bydgoszczs unterzeichnet. Leider erlebte Wilfried Samel diesen Tag nicht mehr, er verstarb plötzlich und unerwartet am 9. Februar 2006. Zu seinen Ehren pflanzte seine Ehefrau Ilma Samel an der Ehren-Eichenallee an der Bromberger Basilika eine Eiche. Wilfried Samel ist der erste ausländische Staatsbürger, dem diese Ehre zuteil wurde und die Eiche mag ein Ausdruck für sein Werk sein, das über seinen Tod hinaus wirken wird. Die Arbeiten des Heimatkreises Bromberg und der Bidegast-Vereinigung werden von Frau Ilma Samel fortgesetzt, die ihren Ehemann immer unterstützte und sich nun auf der einen Seite auf Bewährtes stützen kann, auf der anderen Seite aber auch neue Akzente setzt. So hat sie zum Beispiel Beziehungen zur Gesellschaft der Deutschen Minderheit in Bromberg geknüpft, die durch das Treiben der ehemaligen stellvertretenden Vorsitzenden der Gesellschaft nach deren Ausschluss zum Erliegen gekommen waren. Die Bromberg-Hefte von einem Redaktionsteam weiterhin herausgegeben. Die 150. Ausgabe wird jedoch die letzte sein und sie erscheint zu Ostern 2012. Bestellungen nimmt Frau Samel gerne entgegen. Bromberg-Hefte. Sie erscheinen ein bis zweimal jährlich, enthalten sehr interessante Artikel, allerlei Wissenswertes und Aktuelles über Bromberg/Bydgoszcz, Einzelpreis pro Exemplar € 5,00 650 Jahre Bromberg, herausgegeben von Bernhart Jähnig und Gerhard Ohlhoff, Münster 1995, Preis € 19,50 zuzüglich Versandkosten. Bromberg, ein Lesebuch. Bromberg in Erzählungen, Anekdoten, Sagen, Erinnerungen, Sagen, Erinnerungen und Gedichten. Preis € 8,60 zuzüglich Versandkosten. Aus Brombergs Vergangenheit, zusammengestellt von Dr. Günther Meinhardt, herausgegeben von der Bidegast-Vereinigung e.V., Wilhelmshaven, 1973. Das Buch ist leider neu nicht mehr erhältlich. Bromberg-Hefte, Bücher, Karten usw. können Sie bestellen über: Frau Ilma Samel, Frankfurter Str. 202, 65779 Kelkheim, Telefon 06195-2948, Fax: 06195-8949, E-Mail: Ilma-Verlag@gmx.de |
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